Fabriken im Wandel

Die Fabrik als sinnstiftender Ort der Arbeit im Wandel

Um sich von Lieferengpässen und unterbrochenen Logistikketten unabhängiger zu machen, erhöhen immer mehr produzierende Unternehmen die Fertigungstiefe. Dies stellt einen logischen und wichtigen Schritt dar, die Lieferfähigkeit für die Kunden mittel- und langfristig sicherzustellen. Mit wachsender Fertigungstiefe wird allerdings nicht nur der überall wahrnehmbare Fachkräftemangel noch deutlicher spürbar. Zusammen mit dem Aufbau von Beständen in den Lagern wächst darüber hinaus der Flächen- und Energiebedarf. Diesem zusätzliche Bedarf muss in den Zeiten von Ressourcenknappheit und steigender Energiekosten mit absoluter Effizienz und Nachhaltigkeit begegnet werden. Das Ziel der Klimaneutralität, Forderungen nach Energieautarkie und das schwindende Flächenangebot für Gewerbeflächen stellen Entscheider, Bauherren und Investoren vor neue Herausforderungen.

Im Kontext neuer Produktions- und Logistikstandorte ist die Definition der richtigen Strategie für die Zukunft wesentlich für den langfristigen Unternehmenserfolg. Mit unseren 11 Empfehlungen geben wir als erfahrender Partner für die ganzheitliche Gestaltung von Organisationen, Fabriken und Systemen Antworten auf die veränderten Rahmenbedingungen:

  1. Erhalten, revitalisieren, erweitern statt Abriss und Neubau

Die Entwicklung eines Masterplans des Standortes mit Blick auf die nächsten 20 Jahre schafft einen optimalen strategischen Rahmen für eine ökologische wie ökonomische Entscheidung. Dabei schafft „Erhalten, Revitalisieren und Erweitern“ im Sinne einer wandelbaren und multifunktionalen Fabrikkonzeption eine neue Werthaltigkeit. Zwar erfordert dies einen höheren Planungsaufwand als Neubauprojekte. Aber mit der Unterstützung von erfahrenen ganzheitlichen Planungsteams ist das Investitionsvolumen letztendlich deutlich geringer und bringt diesen ökologischen und ökonomischen Mehrwert.

  • Im Tragwerk gebundenes CO2 weiter nutzen
  • Gebäudebestand aktiv verbessern (Technik, Dämmung)
  • Flächen verdichten und weiter nutzen, kein neuer Flächenverbrauch
  1. Erweiterbare Multi-Use Immobilien statt Spezialimmobilien schaffen

Ganzheitliche Planung heißt Beteiligung mehrerer erfahrener Experten. Hier wird ein wandlungsfähiger Raum im Team gestaltet, der viele Nutzungsalternativen zulässt. Je mehr Funktionen sich in einem Raum für unterschiedliche Nutzer abbilden lassen, desto höher die Wertigkeit. Multifunktionale Räume werden zum Dreh- und Angelpunkt von zukunftsweisenden Gebäuden. Die Drittnutzung schafft zudem einen Mehrwert für den Investor.

  • Einmal investiert, wenig umgebaut – gute Renditen durch hohe Wandelbarkeit
  • Einmal Ressourcen verbraucht, lange genutzt – gute Nachhaltigkeit
  • Einmal gebaut, viele Nutzungen möglich – gute Nachnutzbarkeit
  1. Energieeffizienz = Prozesseffizienz + Flächeneffizienz

Durchgeplante Prozesseffizienz von Gewerbebauten bildet sich in kurzen Wegen, in hoher Wertschöpfungsdichte, in Sichtbeziehungen für agile Arbeitswelten ab. Flächen werden optimal genutzt, ob multifunktional oder effizient. Dies schafft die gewünschte Konzentration von Arbeit und Energiebereitstellung für definierte Raumangebote. Prozess- und Flächeneffizienz liefern so einen Beitrag für geringe Ressourcenverbräuche wie Energie.

  • Prozessoptimierung vor Energieeffizienz
  • Flächen- und Volumenoptimierung (Heizvolumen, Kühlvolumen) vor Technikoptimierung
  1. Vertikale Fabrik: Grundstücksflächen konsequent nutzen

Eine Fabrik mit Zukunft bildet sich auf einer Ebene als Organismus an vernetzten Wertströmen ab. Durch die Stapelung von Produktionsflächen mit in sich geschlossenen Produktionsprozessen werden Grundstücksflächen optimal genutzt, die Arbeitsplatzdichte gesteigert und sogar Energie eingespart. Eine wirtschaftliche, ressourcenschonende und flexible Lösung.

  • Grundstücksflächen optimal nutzen – Rendite steigern
  • Flächenverbrauch entgegenwirken
  • Arbeitsplatzdichte je Grundstück steigern
  • Gestapelte Flächen brauchen weniger Energie
  1. Attraktives Büroumfeld zieht Mitarbeitende aus dem Homeoffice

Das Büro der Zukunft ermöglicht offene Strukturen, Kommunikationszonen und Konzentrationsflächen in ausgewogener Weise an. Die Menschen suchen sich bedarfsbezogen über den Tagesablauf die Räume und Flächen aus, die ihrer Arbeit am ehesten entsprechen. Auch Angebote an Erholung oder Verpflegung tragen zu einem sozialen Umfeld, Begegnung und Austausch bei und stärken die Kommunikation im Team. Hier unterstützen attraktive, kreative und einladende Bürowelten und bieten Mitarbeitenden eine attraktive Alternative zum Homeoffice.

  • Kommunikation im Team stärken
  • Kreativität lebt von „räumlicher physischer Nähe“
  1. Baustoffe mit geringem CO2 Footprint und Recyclebarkeit statt Standard-Tragwerke

„Graue Energie“ steht als Begriff für die im Tragwerk gespeicherte Energie beziehungsweise den zur Herstellung von Tragwerken nötigen CO2-Footprint. Tragwerke haben einen sehr hohen Masseanteil am Gesamtgebäude und einen entsprechend großen Negativeinfluss auf unser Klima. Beton- und Baustahltragwerke sind heute schon substituierbar, indem sie aus einem sinnvollen Mix aus nachhaltigem und herkömmlichen Baustoffen hergestellt werden und so eine wirtschaftliche Tragwerkslösung mit geringer „grauer Energie“ entsteht. Holz im Tragwerk, Begrünung von Dach und Fassade und gezüchtete Bio-Materialien bringen zudem beste energetische Eigenschaften für Klima und Energieeffizienz.

  • Die wesentlichen CO2-Speicher im Gebäude identifizieren und verändern
  • Nachhaltige Tragwerke mit kreativem Baustoff-Mix erschaffen
  1. Elementierte, demontierbare Bauelemente statt Verbundbaustoffe

Die Lebenszeit und Klimafreundlichkeit einer Fabrik wird über den gesamten Lebenszyklus beurteilt: von der Rohstoffgewinnung, der Herstellung über die Montage und Demontage bis zur Verschrottung. Demontierbare Bauelemente sind wiederverwendbar oder recyclebar, benötigen nur geringe Energie bei der Demontage und liefern damit den größten Beitrag für Klima und Wartungseffizienz gleichermaßen.

  • Geringster Energieverbrauch bei der Demontage
  • Getrenntes Wiederverwenden / Recyclen
  1. Energieautarkie vorbereiten – Energieerzeugung im lokalen Umfeld

Den Produktionsstandort autonom auszugestalten und einen möglichst hohen Anteil für Energie, also Wärme, Klima und Strom, selbst zu erzeugen fördert die Resilienz und die Unabhängigkeit des Standortes von Störungen oder gar Ausfällen des Energienetzes. Die Autarkie des Energiesystems wird zunehmend überlebensnotwendig und somit zum Wettbewerbsvorteil.

  • Keine Leistungsverluste
  • Direkte Beeinflussbarkeit schaffen
  • Rendite bleibt beim Nutzer/ Investor
  1. Energiemonitoring ermöglicht valide Entscheidungen und Erfolg

Digitale Monitoringsysteme helfen beim verantwortlichen Umgang mit den Ressourcen. Wenn die autonome Energieerzeugung am Standort und sämtliche Energieverbraucher wie Maschinen, Einrichtungen und Anlagen über Monitoring parallelisiert werden, wird dies zum Benchmark der Industrie.

  • Sehr gute Energiekonzepte sind individuell, nicht pauschal/standardisiert
  • Nur qualitative IST-Daten ermöglichen gutes Energie-Design
  • PDCA (Plan – Do – Check – Act) im Bereich der Energie als Erfolgsfaktor für die Energieeffizienz und Ressourcenschonung
  1. Einfach geplant und gebaut statt kompliziert konstruiert und produziert

Ein wesentlicher Beitrag ist die architektonisch erfahrene Planung und Realisierung einer Null-Emissions-Fabrik. Nachhaltige Planung reduziert gezielt Energiebedarf und liefert einen Beitrag zur Energieeffizienz. Auch nicht-technische Lösungen, wie zum Beispiel die Nachtauskühlung, sollten dabei berücksichtigt werden.

  • Auch nicht-technische Lösungen sind wertvoll (z. B. Nachtauskühlung)
  • Nur integrierte, ganzheitliche Planung ermöglicht clevere Lösungen
  1. Standardisierung bei Anlagentechnik und Gebäudekonstruktion konsequent nutzen

Das Ziel einer Standardisierung in Bauprojekten mit dem Fokus auf Bauzeit- und Kostenreduzierung bedeutet weitere Anforderungen an einen hochkomplexen Planungsprozess durch ein integriertes Planungsteam. Eine Standardisierung und die Hebung der Potenziale einer industriellen Vorproduktion setzt die Beauftragung des Planungsteams über die gesamten Planungsphasen voraus. Nur wenn der Bauherr früh konkret seine Bedarfe klärt und dann ohne wesentliche Änderungen baut, funktioniert änderungsfreie vorlaufende Planung, eine reibungsfreie Vorproduktion und das zügige Montieren von „Baugruppen“ auf der Baustelle. Sie können als Bauherr und Nutzer also einen großen Beitrag liefern, Ihr Projekt schneller und kostengünstiger abzuwickeln.

  • Synergie- und Optimierungseffekte in der industriellen Vorproduktion
  • Schnelle Bauzeit bei Systembauteilen
  • Geringere Kosten bei modularen Systemen gemäß Baukastenprinzip

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