Interdisziplinäre Fabrikplanung an der RWTH

Der Planungsprozess einer Fabrik zeichnet sich durch eine hohe Komplexität aus, unterschiedliche Disziplinen müssen eng zusammenarbeiten. Die RWTH Aachen bietet einen Kurs, um auf diese Herausforderung vorzubereiten. In der Lehrveranstaltung „Interdisziplinäre Fabrikplanung“ bearbeiten Studierende der Fachrichtungen Architektur, Maschinenbau (Produktionstechnik und Energietechnik) und Bauingenieurwesen als Teil eines interdisziplinären Planungsteams eine praxisnahe Fabrikplanungsaufgabe. Anhand dieses Praxisbeispiels konzipieren sie gemeinsam ein ganzheitliches Fabrikkonzept, so dass ein dynamischer und nahezu realer Planungsprozess entsteht.

Im Kurs des Wintersemesters 2021/22 wurde ein städteplanerisch und für Produktionsprozesse anspruchsvolles Grundstück im RWTH Campus Melaten mit einer interdisziplinären Fabrikplanung belegt. Erstmalig war die Bearbeitung der Fabrikplanungsaufgabe mit der BIM-Methode (Building Information Modelling) vorgegeben. Die Grundlagen hierfür lieferte das Team von Dr. Schönheit + Partner (S + P) mit dem Fachvortrag „Mit BIM zum digitalen Zwilling“. Seit vielen Jahren plant und realisiert S + P anspruchsvolle Fabriken mit BIM. Mit umfangreicher Erfahrung im Umgang mit dieser Methode, der Koordination mit Fachplanern sowie der Erfassung von IST-Daten mit Drohnen und Photogrammetrie konnte S + P den Studierenden ein umfassendes und realistisches Bild von BIM vermitteln. Denn das konkrete Erlernen und die Praxiserfahrung mit dieser Methode sind aus Sicht von S + P als gute Vorbereitung auf die Berufspraxis unbedingt erforderlich.

Als erfahrener Architekt, Fabrikplaner und Projektsteuerer begleitete S + P die Studierenden während der Aufgabenbearbeitung. Dr. Martin Schönheit, geschäftsführender Gesellschafter S + P, Peter Thomé, Geschäftsführer S + P Engineering, sowie Jan Oliver Weisel, Director Project Management bei S + P, bewerteten als externe Mitglieder der Fachjury die gemeinsam, fachübergreifend entwickelten Ergebnisse der Studierenden während des Abschlusskolloquiums am 14. Februar 2022.

„Von den kreativen und gut durchdachten Ergebnissen der interdisziplinären Teams waren wir begeistert“, so Jan Oliver Weisel. „Die Präsentationen haben wir mit viel Spaß und Begeisterung miterlebt und wünschen allen Beteiligten eine gute weitere Entwicklung.“

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